Wegweiser ins Heidentum

Als ich vor etwas über 20 Jahren zum Heidentum fand, war das im ersten Moment ein echter Lichtblick für mich. Schon in den Jahren davor fühlte ich, dass ich ein spiritueller Mensch bin und begab mich auf die Suche. Weil ich in einem christlichen Umfeld aufgewachsen bin, versuchte ich es zunächst einmal „auf der Gegenseite“ – beim Satanismus nach LaVey (Anton Szandor LaVey, Begründer der Satanischen Kirche). Im Grunde genommen ist das aber nichts anderes als die christliche Kirche, nur dass verschiedene Variablen einfach ausgetauscht wurden. Mir war ebenso bewusst, dass eine Religion aus Fernost wie Hinduismus oder Buddhismus für mich nicht in Frage kommt, eben weil ich nicht aus Fernost oder Indien komme. Gleiches galt für die abrahamistischen Religionen wie Islam oder Judentum, denn meine Wurzeln liegen hier, in Mitteleuropa, und ich kann keinem Propheten aus dem Vorderen Orient folgen.

Durch mein geschichtliches Interesse an den Germanen gelangte ich dann relativ schnell zum Heidentum. Von der Nordischen Mythologie hatte ich zwar schon gehört, dass es aber einen Glauben an die alten Götter in der heutigen Zeit gab, war mir neu. Plötzlich hatte ich das Gefühl, dass alle Fäden irgendwie zusammenliefen und meine Suche beendet war.

Angekommen zu sein war das eine, sich aber zurechtfinden die nächste Herausforderung. Das Internet gab es zwar schon, es war aber längst nicht so verbreitet wie heute. Somit war das erste Zurechtfinden ein ziemliches „Im-Trüben-Fischen“. Bücher wurden gekauft, Internetforen besucht, manche Bücher verschwanden wieder in den Tiefen des Regals und manche Internetseiten waren nicht gerade so toll aufgebaut oder mit Inhalten gefüllt, als dass sie eine Hilfe gewesen wären. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich mir gewünscht, dass mich jemand an die Hand genommen und mich auf den ersten Schritten ins Heidentum begleitet hätte. Leider gab es diesen Jemand nicht und somit beruhten meine ersten Erfahrungen oftmals auf „Versuch und Irrtum“. So etwas kann ja auch recht lehrreich sein.

In den letzten Jahren begegneten mir mehr und mehr Menschen, die gerade zum Heidentum gefunden hatten oder sich dafür interessierten. Die am häufigsten gestellte Frage war und ist dabei die nach einem geeigneten Buch zum Einstieg in das Heidentum – eben jener Hilfestellung, die ich mir damals gewünscht hatte. Die Anzahl der Bücher, die für eine solche Aufgabe in Frage kommen, ist nicht sonderlich groß, und auch manches Buch, welches am Anfang den Anschein erweckt, es könnte eine Hilfe zum Einstieg sein, entpuppt sich dann doch als „schwere Kost“. Somit kam ich dann irgendwann zu dem Entschluss, ein solche Hilfestellung selbst zu verfassen, eben diesen „Wegweiser ins Heidentum“. Erfahrenen Heiden mag dieser Wegweiser nicht unbedingt neues Wissen vermitteln, aber ich hoffe sehr, dass den Suchenden und Interessierten mit diesem Leitfaden die ersten Schritte ins Heidentum leichter fallen, als es bei mir damals der Fall war.

Was dieser Wegweiser nicht ist

Dies dürfte wohl mein dritter Anlauf sein, den „Wegweiser in das Heidentum“ zu verfassen. Die ersten beiden Versuche beinhalteten natürlich solche Dinge wie Aufzählungen von Göttern usw. Das möchte ich aber tunlichst vermeiden, denn diese Aufzählungen und Erklärungen gibt es zu Hauf im Internet und in entsprechenden Büchern.

In diesem Wegweiser wird der Interessierte vielmehr hilfreiche Buchtipps oder Anlaufstellen im Internet finden